Tote Links finden und beheben, bevor Kunden sie sehen

Jemand sucht nach deinem Betrieb, findet einen Link zur Leistungsseite, klickt und landet auf einer Fehlermeldung. In dem Moment entsteht kein Ärger, sondern etwas Schlimmeres: leiser Zweifel. Wenn hier schon nichts funktioniert, wie läuft es dann bei der Arbeit.
Tote Links entstehen nicht durch Nachlässigkeit, sondern durch normale Arbeit. Eine Seite wird umbenannt, ein PDF ausgetauscht, ein Partnerbetrieb stellt seine Website um. Jedes Mal bricht irgendwo ein Verweis, ohne dass jemand eine Meldung bekommt.
Die gute Nachricht: Kaputte Links sind eines der wenigen Website-Probleme, die sich vollständig aufspüren und dauerhaft beheben lassen. Man muss nur wissen, wo man schaut.
Tote Links finden, weil sie mehr kosten als man denkt
Ein kaputter Verweis schadet an drei Stellen gleichzeitig.
- Beim Kunden. Er wollte etwas Bestimmtes und bekommt eine Sackgasse. Die wenigsten suchen danach weiter, die meisten gehen zurück zur Trefferliste.
- Bei Google. Häufen sich Fehlerseiten, wirkt die Website ungepflegt. Außerdem verpufft die Empfehlungskraft von Links, die ins Leere zeigen.
- Beim eigenen Team. Wenn im Angebot ein Link zur Referenzseite steht, den der Kunde nicht öffnen kann, muss jemand nacharbeiten.
Besonders teuer sind tote Links auf Seiten, die etwas auslösen sollen: Kontakt, Preise, Anfahrt, Speisekarte, Stellenanzeige.
Wo tote Links überhaupt herkommen
Es lohnt sich, vier Arten zu unterscheiden, weil man sie unterschiedlich repariert.
- Interne Links, die auf eigene Seiten zeigen, die es nicht mehr gibt oder die umbenannt wurden. Klassiker nach einem Umbau der Navigation.
- Ausgehende Links auf fremde Seiten, etwa auf einen Hersteller, einen Verband oder einen Partnerbetrieb, der seine Website umgestellt hat.
- Verweise auf Dateien, meist PDFs. Die Preisliste wurde ersetzt, der neue Dateiname weicht ab, der alte Link im Text bleibt stehen.
- Fehlende Bilder. Technisch derselbe Fall, sichtbar als grauer Platzhalter oder leere Fläche.
Dazu kommen Links, die von außen auf dich zeigen. Wenn eine Innung oder ein Portal auf eine alte Adresse verlinkt, kannst du das nicht ändern, aber du kannst die alte Adresse weiterleiten.
So findest du sie
Von Hand, für kleine Seiten
Bei einer Website mit einer Handvoll Seiten ist das schnell erledigt. Geh jede Seite durch, klick jeden Link an und öffne ihn in einem neuen Tab. Nimm dir dabei besonders den Fuß und die Navigation vor, denn Fehler dort betreffen jede einzelne Seite.
Mit einem Prüfwerkzeug
Ab etwa zehn Seiten lohnt sich ein Werkzeug, das die Website automatisch durchläuft und jeden Verweis testet. Es gibt kostenlose Varianten im Browser und Programme für den Rechner. Du gibst deine Adresse ein und bekommst eine Liste mit Fundstellen.
Wichtig beim Auswerten: Nicht jeder gemeldete Fehler ist einer. Manche Server blockieren automatische Anfragen und melden einen Fehler, obwohl die Seite im Browser einwandfrei lädt. Prüf Treffer deshalb stichprobenartig selbst nach, bevor du Links löschst.
In der Google Search Console
Dort siehst du, welche Adressen Google aufrufen wollte und nicht gefunden hat. Das ist besonders wertvoll, weil dort auch Adressen auftauchen, die auf deiner Seite gar nicht mehr verlinkt sind, auf die aber von außen gezeigt wird. Wie du den Bericht liest, steht in Google Search Console lesen und Aufgaben daraus ableiten.
Was du mit alten Seiten machst
Wenn eine Seite verschwunden ist, gibt es vier sinnvolle Reaktionen. Geh sie in dieser Reihenfolge durch.
- Gibt es einen inhaltlichen Nachfolger? Dann leite die alte Adresse dauerhaft dorthin weiter. Die alte Seite „Winterreifen-Aktion 2023“ zeigt auf die aktuelle Reifenseite, nicht auf die Startseite.
- Gibt es keinen direkten Nachfolger, aber ein passendes Thema? Dann leite auf die nächstgelegene Übersichtsseite weiter, also etwa auf die Leistungsübersicht.
- Gibt es inhaltlich nichts Vergleichbares? Dann lass die Seite bewusst als Fehlerseite laufen und sorge dafür, dass diese Fehlerseite hilfreich ist. Pauschale Weiterleitungen aller Reste auf die Startseite verwirren Besucher mehr, als sie helfen.
- War die Seite ein Fehler? Etwa eine versehentlich veröffentlichte Testseite. Dann darf sie schlicht verschwinden.
Beim Umbau einer kompletten Website ist genau das der Kern der Arbeit. Die Systematik dafür steht in Relaunch ohne Absturz bei Google, die Reihenfolge zählt.
Eine Fehlerseite, die weiterhilft
Die Seite, die bei einem toten Link erscheint, ist deine letzte Chance, den Besuch zu retten. Statt „404 Not Found“ auf weißem Grund gehört dort hinein:
- Ein Satz in normaler Sprache, dass diese Seite nicht mehr existiert
- Deine Navigation und dein Logo, damit klar bleibt, wo man ist
- Links zu den drei wichtigsten Zielen: Leistungen, Kontakt, Startseite
- Telefonnummer und Öffnungszeiten, besonders bei Gastronomie und Handwerk
Ein Gast, der abends die Speisekarte eines Gasthauses in Mosbach sucht und stattdessen die Telefonnummer findet, ruft an und reserviert. Das ist ein gerettetes Geschäft statt eines verlorenen.
Vorbeugen ist einfacher als suchen
- Adressen nicht ohne Grund ändern. Jede Umbenennung erzeugt Arbeit. Wenn es sein muss, gleich eine Weiterleitung mitanlegen.
- Dateinamen stabil halten. Nenne die Preisliste dauerhaft gleich und tausche nur den Inhalt aus, statt jedes Jahr die Jahreszahl in den Namen zu schreiben.
- Ausgehende Links sparsam setzen. Jeder externe Link ist ein Verweis, den jemand anderes brechen kann.
- Interne Verlinkung bewusst aufbauen. Wie das aussieht, steht in Interne Verlinkung, damit wichtige Seiten stärker werden.
- Prüfung in den Rhythmus aufnehmen. Einmal im Quartal reicht, siehe Backups und Wartung, damit die Website nicht ausfällt.
Häufige Fragen
Schadet eine einzelne Fehlerseite meinem Ranking?
Eine einzelne nicht. Fehlerseiten sind ein normaler Teil des Netzes, und Suchmaschinen kommen damit zurecht. Kritisch wird es, wenn viele wichtige Seiten gleichzeitig verschwinden oder wenn Seiten, auf die von außen verlinkt wird, ersatzlos wegfallen.
Soll ich alte Seiten löschen oder einfach liegen lassen?
Wenn der Inhalt veraltet, aber das Thema noch aktuell ist, aktualisiere die bestehende Seite, statt eine neue anzulegen. Damit bleibt die Adresse erhalten und alles, was daran hängt. Löschen ist die letzte Wahl, Weiterleiten fast immer die bessere.
Was ist mit Links in alten Flyern und auf dem Firmenwagen?
Gedrucktes lässt sich nicht nachträglich ändern, deshalb müssen die dort genannten Adressen dauerhaft funktionieren. Wenn auf dem Fahrzeug eine Aktionsadresse steht, richte für sie eine Weiterleitung ein, die du nie wieder abschaltest.
Ein guter Einstieg: Ruf deine Website auf und klick einmal jeden Link im Fuß und in der Navigation an. Wenn dort alles sitzt, hast du die Stellen abgedeckt, die auf jeder einzelnen Seite auftauchen.
Schreib uns, was du vorhast, wir melden uns mit einer ehrlichen Einschätzung.
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