Zum Inhalt springen

Startseite · Blog

Relaunch ohne Absturz bei Google, die Reihenfolge zählt

17.05.2026 · Blau Creative Studio · Relaunch, Google, Weiterleitungen, Technik, SEO

Relaunch ohne Absturz bei Google, die Reihenfolge zählt

Die neue Website ist fertig, sie sieht endlich aus wie der Betrieb heute arbeitet, und du willst sie live haben. Zwei Wochen später ruft niemand mehr an. Genau das ist der Moment, in dem viele Betriebe merken, dass die alte Seite bei Google mehr wert war, als sie dachten.

Der Grund ist selten das Design. Der Grund sind Adressen, die sich geändert haben, ohne dass jemand Google gesagt hat, wohin die alten Seiten umgezogen sind. Suchmaschinen haben deine alte Struktur über Jahre gelernt. Wenn du sie ohne Vorwarnung wegnimmst, fangen sie bei Null an.

Ein Website Relaunch ist deshalb kein Design-Projekt mit ein bisschen Technik am Ende. Es ist ein Umzug, und beim Umzug zählt die Reihenfolge.

Warum ein Website Relaunch Platzierungen kostet

Google merkt sich nicht „die Website vom Malerbetrieb“, sondern einzelne Adressen. Für jede davon gibt es eine Einschätzung, wie gut sie zu einer Suchanfrage passt. Diese Einschätzung hängt an der Adresse, nicht am Betrieb.

Beim Relaunch passieren typischerweise drei Dinge auf einmal:

  • Die Adressen ändern sich, weil das neue System andere Pfade baut.
  • Seiten werden zusammengelegt, weil sie inhaltlich doppelt waren.
  • Texte werden gekürzt, weil das neue Design luftiger ist.

Jeder Punkt für sich ist harmlos. Alle drei zusammen, ohne Weiterleitungen, sind der klassische Absturz.

Schritt 1: Bestandsaufnahme, bevor irgendetwas gebaut wird

Bevor die erste Zeile am neuen Auftritt entsteht, brauchst du eine Liste dessen, was du hast.

Relaunch ohne Absturz bei Google, die Reihenfolge zählt

Die vollständige Seitenliste

Zieh eine Liste aller Adressen deiner aktuellen Website. Die alte Sitemap ist ein guter Anfang, reicht aber selten. Ergänze sie um alles, was in der Google Search Console unter den Suchergebnissen auftaucht. Wie du dort liest, steht in Google Search Console lesen und Aufgaben daraus ableiten.

Die Seiten, die wirklich etwas bringen

Markiere in dieser Liste, welche Seiten Aufrufe und Anfragen erzeugen. Bei einem Sanitärbetrieb sind das erfahrungsgemäß Startseite, Notdienst, eine Leistungsseite und Kontakt. Der Rest ist Beiwerk. Diese wenigen Seiten bekommen beim Umzug die volle Aufmerksamkeit.

Externe Verweise

Notiere, wo andere auf dich verlinken: Innungsverzeichnis, Lieferantenseiten, der Bericht der Lokalzeitung, das Vereinsheft. Diese Links zeigen auf konkrete alte Adressen und dürfen nicht ins Leere laufen.

Schritt 2: Die Weiterleitungsliste ist das Herzstück

Eine Weiterleitung sagt Browser und Suchmaschine: Diese Seite ist dauerhaft umgezogen, hier ist die neue Adresse. Technisch heißt das 301. Damit wandert der größte Teil der aufgebauten Bewertung mit.

Bau eine simple Tabelle mit zwei Spalten: alte Adresse, neue Adresse. Dabei gelten drei Regeln:

  • Jede alte Adresse bekommt ein Ziel. Keine Ausnahme.
  • Das Ziel ist inhaltlich passend. Die alte Seite „Fensterlackierung“ leitet auf die neue Leistungsseite, nicht pauschal auf die Startseite. Sammelweiterleitungen auf die Startseite behandelt Google fast wie eine Fehlerseite.
  • Keine Ketten. Alt zeigt direkt auf neu, nicht auf eine Zwischenstation, die wiederum weiterleitet.

Wenn eine alte Seite ersatzlos verschwindet, weil ihr Thema wegfällt, leitest du auf die nächstgelegene Übersicht. Wie du mit endgültig toten Adressen umgehst, steht in Tote Links finden und beheben, bevor Kunden sie sehen.

Schritt 3: Freischalten in der richtigen Abfolge

Der Livegang selbst ist eine Liste, die man abarbeitet, kein spontaner Klick am Freitagnachmittag.

  1. Neue Seite auf einer Testadresse prüfen, und zwar so, dass Google sie dort nicht indexiert.
  2. Rechtstexte, Kontaktdaten und Öffnungszeiten kontrollieren. Fehler hier fallen später am unangenehmsten auf.
  3. Weiterleitungen einspielen und testen, mindestens stichprobenartig alte Adressen im Browser aufrufen.
  4. Domain umstellen. Was dabei technisch passiert, steht in Domain auswählen, umziehen und dauerhaft sichern.
  5. Indexierungssperre entfernen. Das ist der Punkt, der am häufigsten vergessen wird. Eine Testsperre, die live bleibt, nimmt die Seite komplett aus Google.
  6. Neue Sitemap einreichen und die Startseite zur Prüfung anstoßen.
  7. Google Unternehmensprofil, Social-Profile und Einträge in Verzeichnissen aktualisieren, falls sich Adressen geändert haben.

Ein guter Termin ist Dienstag oder Mittwoch vormittags. Dann sitzt jemand am Rechner, der reagieren kann, wenn etwas klemmt.

Schritt 4: Die ersten Wochen aktiv beobachten

Nach dem Livegang ist der Relaunch nicht fertig, sondern in Beobachtung. Ein leichter Rückgang in den ersten Tagen ist normal, weil Google die neue Struktur erst erfassen muss. Was du prüfst:

  • Tauchen in der Search Console plötzlich viele Fehlerseiten auf? Dann fehlen Weiterleitungen.
  • Werden die neuen Adressen indexiert, oder hängen sie in der Warteschlange?
  • Kommen Anfragen über das Formular an? Formulare sind beim Umzug eine klassische Stolperstelle, weil der Empfänger nicht mitgezogen wurde.
  • Ist die Seite spürbar langsamer als die alte? Miss das Tempo am Handy im Mobilfunknetz, nicht im Büro-WLAN.

Wenn nach vier bis sechs Wochen deutlich weniger passiert als vorher, suchst du systematisch nach der Ursache. Der Weg dorthin steht in Rankings verloren, so findest du die eigentliche Ursache.

Was du beim Relaunch besser nicht gleichzeitig machst

Je mehr sich auf einmal ändert, desto schwerer wird die Fehlersuche. Wenn es geht, trenne diese Dinge zeitlich:

  • Neues Design und neue Domain
  • Umzug und komplette Umbenennung des Betriebs
  • Relaunch und der Start eines Onlineshops

Sinnvoll ist die Reihenfolge: erst technisch sauber umziehen, dann inhaltlich ausbauen. So weißt du hinterher, woran eine Veränderung lag.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis sich die Platzierungen erholen?

Bei einem sauber vorbereiteten Umzug sind die wichtigen Seiten oft innerhalb weniger Wochen wieder auf ihrem alten Stand. Fehlen Weiterleitungen, kann es deutlich länger dauern, weil Bewertung neu aufgebaut werden muss. Verlässliche Fristen nennt dir niemand seriös, weil Google selbst keine nennt.

Kann ich die alten Texte einfach übernehmen?

Ja, und bei den Seiten, die gut laufen, ist das sogar die sichere Variante. Ein Relaunch ist ein guter Anlass, Texte zu schärfen, aber die Kernbegriffe deiner Leistungen sollten erhalten bleiben. Wer aus „Elektroinstallation Mosbach“ ein wolkiges „Energie erleben“ macht, verliert genau das, wonach Menschen suchen.

Muss ich die alte Website noch aufbewahren?

Sichere sie vor dem Umschalten vollständig, samt Bildern, Texten und der Seitenliste. Falls hinterher etwas fehlt, brauchst du eine Quelle. Online sein muss sie danach nicht mehr, zwei Systeme parallel erzeugen nur doppelte Inhalte.

Wenn bei dir ein Relaunch ansteht, fang nicht beim Design an, sondern mit der Liste deiner aktuellen Seiten und der Frage, welche davon Anfragen bringen. Alles Weitere baut darauf auf.

Schreib uns, was du vorhast, wir melden uns mit einer ehrlichen Einschätzung.

Du willst das für deinen Betrieb umsetzen? Erzähl uns kurz, was du vorhast.

Projekt anfragen