Google Search Console lesen und Aufgaben daraus ableiten

Du hast die Search Console eingerichtet, weil jemand gesagt hat, das müsse man haben. Seitdem schaust du alle paar Wochen rein, siehst Kurven, Balken und einen Haufen englischer Begriffe, und machst das Fenster wieder zu.
Das ist völlig normal. Das Werkzeug ist für große Websites gebaut und zeigt dir standardmäßig Zahlen, mit denen ein kleiner Betrieb nichts anfangen kann.
Du brauchst aber gar nicht alles. Vier Bereiche reichen, und aus jedem davon lässt sich eine konkrete Aufgabe ableiten. Genau darum geht es hier: nicht ums Anschauen, sondern ums Ableiten.
Was die Google Search Console überhaupt zeigt
Wichtig zur Einordnung, weil hier oft etwas durcheinandergeht: Die Search Console zeigt, was vor dem Klick passiert. Also welche Suchanfragen deine Seite eingeblendet haben, wie oft sie angezeigt wurde und wie oft jemand darauf geklickt hat. Was der Besucher danach auf deiner Website tut, steht dort nicht.
Die Daten kommen direkt von Google, sie sind kostenlos und sie beziehen sich nur auf deine eigene Website. Voraussetzung ist, dass deine Domain dort bestätigt ist. Wenn du dir unsicher bist, ob das jemals gemacht wurde: Ohne bestätigte Property siehst du gar nichts, dann ist das dein erster Schritt.
Vier Zahlen tauchen ständig auf. Impressionen sind Einblendungen in den Ergebnissen. Klicks sind Besuche, die daraus entstanden sind. Die Klickrate ist der Anteil der Einblendungen, die zu einem Klick geführt haben. Die Position ist der durchschnittliche Platz im Ergebnis. Alles Weitere ist Beiwerk.
Bericht 1: Leistung, also wonach du gefunden wirst
Der wichtigste Bericht. Stell den Zeitraum auf die letzten drei Monate und aktiviere alle vier Kennzahlen über den Kästchen. Dann geh auf den Reiter Suchanfragen.
Was du hier suchst, sind drei Muster:
- Begriffe mit vielen Einblendungen und kaum Klicks. Du wirst angezeigt, aber niemand klickt. Meistens liegt es an Titel und Beschreibung im Ergebnis. Die schreibst du neu, siehe Seitentitel und Beschreibung für Google richtig schreiben.
- Begriffe auf Position acht bis fünfzehn. Das ist die dankbarste Gruppe. Du bist knapp an der ersten Seite vorbei. Hier reicht oft, den bestehenden Text zu erweitern, statt eine neue Seite zu bauen.
- Begriffe, die dich überraschen. Leute suchen nach etwas, das du gar nicht auf dem Schirm hattest. Ein Metallbauer wird für Balkongeländer verzinkt gefunden, hat aber keine eigene Seite dazu. Das ist ein fertiges Thema.
Der Filter, der lokal alles ändert
Filtere die Suchanfragen einmal nach deinem Ort. Du siehst dann, ob du wirklich für Werkstatt Mosbach oder Restaurant Neckarelz auftauchst oder nur für allgemeine Begriffe ohne Ortsbezug. Wenn der Ort fast nicht vorkommt, fehlt er in deinen Texten und Überschriften.
Bericht 2: Seiten, also welche Inhalte tragen
Im selben Bericht wechselst du auf den Reiter Seiten. Jetzt siehst du, welche einzelnen Adressen deine Besucher bringen.
Drei Erkenntnisse liegen fast immer drin. Erstens: Meistens tragen wenige Seiten den Großteil. Diese Seiten pflegst du, statt neue zu bauen. Zweitens: Wichtige Leistungsseiten fehlen in der Liste komplett. Das ist ein Signal, dass sie zu dünn sind oder intern nicht verlinkt, siehe Interne Verlinkung. Drittens: Alte Blogbeiträge laufen unerwartet gut. Die verdienen eine Auffrischung und einen Link auf die passende Leistungsseite.
Bericht 3: Indexierung, also was Google überhaupt kennt
Unter Indexierung und dann Seiten stehen zwei Gruppen: indexiert und nicht indexiert. Lass dich von der zweiten Zahl nicht erschrecken, ein Teil davon ist völlig in Ordnung.
- Serverfehler und 404: müssen weg. Entweder die Seite wiederherstellen oder sauber weiterleiten.
- Weiterleitung: unauffällig, solange es gewollt ist. Nach einem Relaunch aber genau prüfen.
- Gecrawlt, zurzeit nicht indexiert: Google kennt die Seite, hält sie aber für zu dünn oder zu ähnlich zu einer anderen. Inhalt ausbauen oder zusammenlegen.
- Durch noindex ausgeschlossen: nur ein Problem, wenn es eine Seite trifft, die eigentlich sichtbar sein soll. Nach Umbauten passiert genau das erschreckend oft.
Prüf hier auch, ob deine Sitemap eingereicht ist und ob die Zahl der eingereichten Adressen ungefähr zu deiner Website passt.
Bericht 4: Nutzerfreundlichkeit und Verbesserungen
Hier landen technische Hinweise: Ladezeitwerte aus echten Besuchen und Meldungen zu deinen strukturierten Daten. Bei kleinen Websites ist der häufigste Treffer die Ladezeit auf dem Handy. Wenn dort Seiten als langsam markiert sind, hilft dir Ladezeit der Website messen und wirklich verbessern weiter.
Fehler bei strukturierten Daten stehen ebenfalls hier. Welche Angaben ein lokaler Betrieb hinterlegen sollte, steht in Strukturierte Daten für lokale Betriebe einrichten.
Ein Ablauf, der zwanzig Minuten dauert
- Einmal im Monat einloggen, Zeitraum auf drei Monate stellen.
- Suchanfragen nach Position sortieren und drei Begriffe zwischen Platz acht und fünfzehn notieren.
- Zu jedem Begriff prüfen, welche Seite dafür angezeigt wird und ob sie die Frage vollständig beantwortet.
- Indexierung öffnen und nur nach echten Fehlern schauen.
- Maximal drei Aufgaben aufschreiben und diese im Monat erledigen. Nicht mehr.
Drei Aufgaben im Monat klingen nach wenig. Über ein Jahr sind es über dreißig gezielte Verbesserungen, und das ist deutlich mehr, als die meisten Betriebe schaffen.
Häufige Fragen
Warum weichen die Zahlen von meinem Besucherzähler ab?
Weil beide etwas anderes messen. Die Search Console zählt nur Besuche aus der Google-Suche und zählt sie beim Klick. Ein Analysewerkzeug auf deiner Website zählt alle Besucher, auch aus Instagram, aus dem Newsletter oder direkt eingetippt, und nur, wenn die Seite vollständig geladen wurde. Abweichungen sind normal, wichtig sind die Verläufe.
Meine Klicks sind eingebrochen, was jetzt?
Erst prüfen, ob auch die Einblendungen eingebrochen sind. Wenn beide fallen, hast du Sichtbarkeit verloren. Wenn nur die Klicks fallen, ist meist die Darstellung im Ergebnis das Problem oder ein neues Element über dir. Die Reihenfolge fürs Suchen steht in Rankings verloren, so findest du die eigentliche Ursache.
Wie lange dauert es, bis Änderungen sichtbar werden?
Rechne in Wochen, nicht in Tagen. Nach einer Textänderung muss die Seite neu gecrawlt und bewertet werden. Du kannst über die Adressprüfung eine erneute Indexierung anstoßen, das beschleunigt das Erfassen, aber nicht die Bewertung. Wer täglich nachschaut, sieht nur Rauschen.
Wenn du willst, gehen wir die Berichte einmal gemeinsam durch und schreiben dir eine Aufgabenliste in verständlichem Deutsch. Danach kannst du das selbst weiterführen, denn der Ablauf bleibt immer derselbe.
Schreib uns, was du vorhast, wir melden uns mit einer ehrlichen Einschätzung.
Du willst das für deinen Betrieb umsetzen? Erzähl uns kurz, was du vorhast.
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