Strukturierte Daten für lokale Betriebe einrichten

Du hast die Öffnungszeiten geändert, das Schild an der Tür getauscht und im Google Profil nachgezogen. Auf der Website steht trotzdem noch die alte Zeit. Und genau die liest jemand, der abends um halb sieben auf dem Handy nach deinem Betrieb sucht.
Solche Widersprüche kosten dich Anfragen, ohne dass du es merkst. Niemand ruft an und sagt: Bei euch stand die falsche Zeit. Die Leute fahren einfach zum nächsten Anbieter.
Strukturierte Daten sind das Gegenmittel. Sie legen eine unsichtbare Schicht über deine Seite, die Maschinen sagt, was welche Angabe bedeutet. Hier bekommst du die Liste der Angaben, die sich für einen kleinen Betrieb wirklich lohnen, und den Weg vom Einbau bis zur Kontrolle.
Was strukturierte Daten für dein Local Business wirklich tun
Für dich sieht deine Kontaktseite eindeutig aus: oben der Firmenname, darunter Straße, Postleitzahl, Telefonnummer. Eine Suchmaschine sieht erst einmal nur Text. Sie kann vermuten, dass eine fünfstellige Zahl vor einem Ortsnamen eine Postleitzahl ist, aber Vermutungen sind unzuverlässig. Erst recht, wenn auf derselben Seite noch die Werkstatt, das Büro und die Notfallnummer stehen.
Strukturierte Daten nach dem Standard schema.org beenden das Raten. Du schreibst deine Angaben ein zweites Mal in ein maschinenlesbares Format, sauber beschriftet. Besucher sehen davon nichts. Google, Bing und zunehmend auch KI-Assistenten lesen es und übernehmen es.
Der spürbare Effekt: Deine Daten tauchen konsistent auf, statt in drei Varianten. Öffnungszeiten, Preisspannen oder FAQ-Blöcke können direkt im Suchergebnis erscheinen. Und wenn jemand einen Assistenten fragt, welche Werkstatt im Ort am Samstag offen hat, steigt die Chance, dass deine Zeiten korrekt zitiert werden.
Was strukturierte Daten nicht tun: Sie sind kein Ranking-Turbo. Eine dünne Seite wird durch Markup nicht relevanter. Sie sorgen dafür, dass gute Inhalte richtig verstanden werden. Mehr, aber auch nicht weniger.
Diese Angaben gehören in dein LocalBusiness Markup
Fang klein an. Ein sauberes Grundgerüst schlägt ein überladenes Markup voller Fehler.
- name: der Firmenname genau so, wie er am Gebäude steht und im Google Profil eingetragen ist.
- address: Straße mit Hausnummer, Postleitzahl, Ort, Land. In einzelne Felder getrennt, nicht als ein Textblock.
- telephone: mit Ländervorwahl, also in der Form +49 ...
- url: die Startseite deiner Website.
- openingHoursSpecification: Wochentage mit Anfangs- und Endzeit. Eine Mittagspause wird zum zweiten Block am selben Tag.
- geo: Breiten- und Längengrad. Besonders hilfreich im Gewerbegebiet oder auf einem Hof, wo die Hausnummer allein selten reicht.
- image und logo: ein Foto von Fassade oder Werkstatt, dazu das Logo.
- priceRange: die grobe Preisklasse, wenn sie zu deiner Branche passt.
- areaServed: die Orte, in denen du tatsächlich arbeitest, zum Beispiel Mosbach, Elztal, Obrigheim.
- sameAs: Links zu Google Profil, Instagram, Facebook oder Branchenverzeichnissen.
Wichtig: Jede Angabe im Markup muss auch für Menschen sichtbar auf der Seite stehen. Öffnungszeiten, die nur im Quelltext existieren und nirgends im Text, verstoßen gegen die Richtlinien und können dir die Darstellung im Suchergebnis kosten.
Den passenden Typ statt der Sammelkategorie wählen
LocalBusiness ist der Oberbegriff. Darunter gibt es genauere Typen, und die sagen mehr aus. Ein Restaurant nutzt Restaurant, eine Werkstatt AutoRepair, ein Salon HairSalon, eine Praxis Physiotherapy, ein Handwerksbetrieb je nach Gewerk etwa Plumber, Electrician oder HomeAndConstructionBusiness. Ein Verein ist kein Betrieb, dort passen SportsClub oder Organization besser.
Der genauere Typ schaltet zusätzliche Felder frei. Ein Restaurant kann die Küchenrichtung über servesCuisine und die Karte über hasMenu angeben, ein Laden die akzeptierten Zahlungsarten über paymentAccepted, ein Hotel seine Zimmer.
Wo das Markup hingehört und wie du es einbaust
Empfohlen wird JSON-LD: ein kleiner Datenblock im Kopf der Seite, unabhängig vom sichtbaren HTML. Der Vorteil liegt auf der Hand. Du zerschießt beim Bearbeiten nicht dein Layout, und du pflegst alles an einer Stelle.
- Sammle die Angaben einmal zentral, am besten dort, wo auch Footer und Kontaktseite ihre Daten herbekommen.
- Baue den Block ins Grundgerüst der Website ein, damit er auf jeder Seite mitläuft.
- Ergänze seitenspezifische Daten dort, wo sie hingehören: FAQ-Markup auf der FAQ-Seite, Leistungs-Markup auf der jeweiligen Leistungsseite.
- Bei mehreren Standorten bekommt jeder Standort eine eigene Seite mit eigener Adresse und eigenem Markup.
In Shopify gehört der Block ins Theme-Layout, in einem statischen Projekt in die Vorlage, aus der die Seiten gebaut werden. Wenn du eine Erweiterung dafür nutzt, prüfe vorher, ob sie nicht schon ein zweites, widersprüchliches Markup ausgibt. Zwei Blöcke, die sich widersprechen, sind schlimmer als gar keiner.
Nach dem Einbau prüfen, sonst weißt du nichts
Einbauen und hoffen ist keine Methode. Prüfe in dieser Reihenfolge:
- Rich Results Test mit der Live-Adresse: zeigt, ob der Block gelesen wird und welche Felder fehlen.
- Schema Markup Validator: prüft strenger gegen den Standard, auch für Typen, für die Google keine besondere Darstellung anbietet.
- Google Search Console, Bereich Verbesserungen: dort tauchen Fehler für alle Seiten auf, nicht nur für die eine, die du gerade getestet hast.
Unterscheide Fehler und Warnungen. Fehler verhindern die Darstellung, die musst du beheben. Warnungen sind empfohlene Zusatzfelder, die kannst du nach und nach ergänzen.
Die Fehler, die uns am häufigsten begegnen
- Der Firmenname weicht ab: auf der Website Müller GmbH, im Google Profil Müller Sanitär, auf Facebook Sanitär Müller. Entscheide dich für eine Schreibweise und zieh sie überall durch.
- Bewertungssterne selbst ins Markup geschrieben, obwohl auf der Seite keine echten Bewertungen stehen. Das ist ein klarer Richtlinienverstoß und fliegt auf.
- Öffnungszeiten ohne Feiertagsregelung. Wer zwischen den Jahren zu hat, trägt das als Ausnahme ein, sonst steht bei dir am 25. Dezember geöffnet.
- Die Adresse als ein einziger Textstring statt in getrennten Feldern.
- Markup einmal gebaut, danach nie wieder angefasst. Neue Nummer, neue Zeiten, und im Quelltext steht der Stand von vorletztem Jahr.
Setz dir dafür einen festen Termin, zweimal im Jahr reicht, und geh die Angaben zusammen mit deinem Google Unternehmensprofil durch. Beides speist sich aus derselben Wahrheit, also gehört es auch gemeinsam gepflegt.
Häufige Fragen
Brauche ich dafür einen Programmierer?
Für das Grundgerüst nicht zwingend. Es gibt Generatoren, in die du deine Daten einträgst und die dir den fertigen Block ausgeben. Einbauen und pflegen musst du ihn trotzdem. Wenn deine Website ohnehin betreut wird, ist das eine Sache von einer knappen Stunde.
Bekomme ich dadurch garantiert Sterne im Suchergebnis?
Nein. Markup ist eine Einladung, keine Bestellung. Google entscheidet je nach Suchanfrage neu, was angezeigt wird. Korrekte Daten erhöhen die Chance, versprechen aber nichts.
Reicht nicht mein Google Unternehmensprofil?
Das Profil deckt die Kartenansicht ab, strukturierte Daten decken deine Website ab. Beides wird zusammen ausgewertet. Sagen beide dasselbe, wirkt es stimmig. Widersprechen sie sich, gewinnt am Ende oft keiner von beiden. Wie du das Profil und die Website sauber verzahnst, steht in unserem Beitrag zu Google Maps im Neckar-Odenwald-Kreis.
Der ehrliche nächste Schritt: Schau zuerst nach, ob Anfahrt, Öffnungszeiten und Kontakt auf deiner Website überhaupt aktuell und vollständig sind. Danach lohnt sich das Markup. Andersherum verstärkst du nur einen Fehler, statt ihn zu beheben.
Schreib uns, was du vorhast, wir melden uns mit einer ehrlichen Einschätzung.
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