Mitarbeiter suchen über Social Media, so gehst du vor

Die Anzeige läuft seit Wochen, es kommt nichts. Auf der Website steht unter Karriere ein Satz: Wir suchen immer motivierte Verstärkung, Bewerbungen an unsere E-Mail-Adresse. Und auf Facebook liegt ein Beitrag, in dem das Wort Stellenangebot vorkommt, mit einem PDF im Anhang.
Das Problem ist nicht der Fachkräftemangel allein. Das Problem ist, dass die Leute, die du suchst, gerade nicht suchen. Sie haben einen Job, sie sind halbwegs zufrieden, und sie scrollen abends auf dem Sofa durchs Handy.
Genau dort erreichst du sie, wenn du zeigst, wie es bei dir zugeht, statt eine Anzeige zu schalten, die klingt wie jede andere.
Mitarbeiter finden über Social Media beginnt vor der Stelle
Wer bei dir arbeiten soll, schaut sich vorher an, was es über dich zu sehen gibt. Wenn dein Profil seit einem Jahr still ist, sagt das mehr als jede Anzeige. Wenn dort regelmäßig zu sehen ist, wer bei dir arbeitet, an welchen Aufträgen, mit welchen Maschinen, dann kennt dich der Bewerber schon, bevor er sich meldet.
Deshalb steht die Reihenfolge fest: erst sichtbar sein, dann suchen. Und sichtbar heißt hier vor allem eins, Menschen zeigen.
- Wer arbeitet bei dir, seit wann, an was?
- Wie sieht der Arbeitsplatz aus, ehrlich, nicht aufgeräumt für das Foto?
- Was passiert bei dir außerhalb der Arbeit, Betriebsausflug, Grillen, Weihnachtsfeier?
- Was lernt ein Azubi bei dir in den ersten Monaten wirklich?
Der Stellenbeitrag, der gelesen wird
Ein Beitrag ist keine Anzeige. Schick niemanden mit einem PDF weg und lade kein Plakat als Bild hoch, dessen Schrift am Handy niemand lesen kann. Was funktioniert, ist einfacher.
- Ein Foto oder Video vom echten Arbeitsplatz. Nicht das Firmengebäude von außen, sondern die Werkstatt, die Küche, der Verkaufsraum.
- Erste Zeile mit der Stelle und dem Ort. Zum Beispiel: Wir suchen einen Elektriker für Mosbach und Umgebung.
- Drei bis fünf Punkte, die den Alltag beschreiben. Nicht die Erwartungen an den Bewerber, sondern was er bei dir vorfindet: Arbeitszeiten, Fahrzeug, Team, typische Aufträge.
- Ein Satz zur Bezahlung, wenn du kannst. Angabe eines Rahmens oder wenigstens der Hinweis, wie sie sich zusammensetzt. Beiträge ohne jeden Hinweis werden häufig übergangen.
- Ein einfacher Weg, sich zu melden. Nachricht, WhatsApp, Anruf. Nicht: vollständige Unterlagen per Post.
Der Ton macht mehr aus als das Budget
Sätze wie "dynamisches Team" und "spannende Herausforderungen" stehen in jeder zweiten Anzeige und sagen nichts. Schreib so, wie du im Betrieb sprichst. Ein Satz wie "Feierabend ist bei uns Feierabend, Überstunden gibt es, aber sie werden bezahlt" wirkt stärker als jede Aufzählung von Benefits. Wie du deinen eigenen Ton festlegst, steht in Wie klingt dein Betrieb, Tonfall für Texte festlegen.
Wohin der Klick führt
Ein Stellenbeitrag ohne Ziel verpufft. Du brauchst eine Seite auf deiner Website, auf der die Stelle steht, und zwar dauerhaft, nicht als Anhang.
Was auf diese Seite gehört:
- Stellenbezeichnung, Ort, Umfang, Start.
- Was die Person bei dir tut, in normalen Worten.
- Was du erwartest, kurz und realistisch. Lange Wunschlisten schrecken genau die Leute ab, die passen würden.
- Was du bietest, konkret, nicht als Floskel.
- Ein kurzes Formular oder eine Telefonnummer. Am besten beides.
Halte die Bewerbung niedrigschwellig. Name, Kontakt, ein Satz zur Person, das reicht für den ersten Schritt. Anschreiben und Zeugnisse kannst du später anfordern. Wie eine solche Seite aufgebaut ist, damit sie wirklich Anfragen bringt, zeigt Landingpage für eine einzelne Leistung richtig aufbauen.
Was du beim Text und bei den Daten beachten musst
Zwei Punkte, die man leicht übersieht. Erstens muss deine Ausschreibung geschlechtsneutral formuliert sein und darf niemanden wegen Alter, Herkunft oder anderer Merkmale ausschließen. Zweitens sind Bewerbungsunterlagen persönliche Daten: Sag auf der Seite, wer sie bekommt, wofür sie verwendet werden und wann sie gelöscht werden, und nimm sie nicht über Kanäle entgegen, bei denen du das nicht einhalten kannst. Das ist keine Rechtsberatung, im Zweifel fragst du eine Anwältin oder einen Anwalt.
Nach dem Beitrag: der Teil, an dem die meisten scheitern
Wer sich über Social Media meldet, erwartet eine Antwort in Stunden, nicht in Wochen. Wenn du erst nach zehn Tagen zurückschreibst, ist die Person längst woanders.
- Jede Nachricht am selben Tag beantworten, notfalls mit einem Satz und dem Hinweis, wann du dich richtig meldest.
- Ein kurzes Telefonat vor dem Termin. Das spart beiden Seiten Zeit.
- Absagen aussprechen, freundlich und ohne Verzögerung. Das spricht sich in einer Region wie unserer schneller herum, als man denkt.
- Wenn jemand anfängt, das zeigen. Der nächste Beitrag über den neuen Kollegen ist die beste Werbung für die nächste Stelle.
Häufige Fragen
Lohnt sich bezahlte Werbung für eine Stelle?
Für einen begrenzten Zeitraum kann das sinnvoll sein, weil du die Anzeige gezielt in deiner Region ausspielen kannst. Wichtig ist, dass Profil und Zielseite vorher stimmen. Werbung schickt Leute nur schneller dorthin, wo sie ohnehin landen würden, und ein leeres Profil überzeugt niemanden, egal wie viel du zahlst.
Wir sind zu dritt, ist Social Media da nicht übertrieben?
Im Gegenteil. Gerade kleine Teams haben den Vorteil, dass man sieht, mit wem man arbeiten würde. Das kann ein großer Betrieb nicht bieten. Du brauchst dafür kein tägliches Programm, ein regelmäßiger Beitrag reicht, wie in Redaktionsplan, der auch in stressigen Wochen hält beschrieben.
Welcher Kanal bringt für Mitarbeitersuche am meisten?
Das hängt an der Zielgruppe. Für Azubis und junge Fachkräfte funktionieren kurze Videos gut, für erfahrene Handwerker oft die regionalen Gruppen, in denen ohnehin über Betriebe gesprochen wird. Die Abwägung findest du in Facebook oder Instagram, was zu deinem Betrieb passt.
Wenn du gerade jemanden suchst, schauen wir uns deine Stellenseite und deinen Auftritt an und sagen dir, was Bewerber vor dem Absenden abschreckt. Das sind meistens zwei, drei Stellen, die schnell zu ändern sind.
Schreib uns, was du vorhast, wir melden uns mit einer ehrlichen Einschätzung.
Du willst das für deinen Betrieb umsetzen? Erzähl uns kurz, was du vorhast.
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