Facebook oder Instagram, was zu deinem Betrieb passt

Die Frage kommt in fast jedem Gespräch: Facebook oder Instagram? Meistens hat der Betrieb beides angelegt, in beiden Kanälen drei Beiträge veröffentlicht und danach keinen von beiden gepflegt.
Das ist der eigentliche Fehler, nicht die Wahl. Ein gepflegter Kanal schlägt zwei halbtote, und zwar deutlich. Die Frage ist also nicht, was besser ist, sondern wo deine Kundschaft ohnehin unterwegs ist.
Dieser Beitrag gibt dir die Kriterien, mit denen du das in zehn Minuten für deinen Betrieb entscheidest, ohne Bauchgefühl und ohne Trendgerede.
Facebook oder Instagram: der Unterschied, der wirklich zählt
Technisch gehören beide zusammen, du kannst sie sogar aus einer Verwaltung heraus bespielen. Im Alltag unterscheiden sie sich trotzdem, vor allem in einem Punkt: wie Leute dort etwas finden.
- Facebook lebt von Gruppen und Nachbarschaft. Regionale Gruppen, in denen nach Handwerkern gefragt wird, Veranstaltungen, Empfehlungen unter Bekannten. Der Ort spielt eine große Rolle.
- Instagram lebt vom Bild und von Vorschlägen. Inhalte werden auch Leuten gezeigt, die dir nicht folgen. Wer optisch überzeugende Ergebnisse hat, gewinnt hier schneller neue Aufmerksamkeit.
Daraus folgt eine einfache Faustregel: Wenn dein Vorteil im Vertrauen der Nachbarschaft liegt, ist Facebook stark. Wenn dein Vorteil darin liegt, dass man das Ergebnis sehen will, ist Instagram stark.
Vier Fragen, die die Entscheidung abnehmen
Beantworte die vier Fragen ehrlich, nicht so, wie du es dir wünschst.
- Wie alt ist deine typische Kundschaft? Bei einem Sanitätshaus, einem Bestatter oder einem Verein sitzt sie im Schnitt anders als bei einem Kosmetikstudio oder einem Barbershop. Geh die letzten zwanzig Aufträge durch, das reicht als Grundlage.
- Ist dein Ergebnis sichtbar? Eine neue Küche, eine Frisur, ein aufbereitetes Fahrzeug, ein Teller Essen: sichtbar. Eine Buchhaltung, eine Versicherungsberatung, eine Gebäudereinigung: schwerer zu zeigen, aber machbar über Menschen und Abläufe.
- Gibt es aktive Gruppen in deinem Ort? Such nach dem Namen deiner Gemeinde plus Wörtern wie Kleinanzeigen, Marktplatz oder Nachbarn. Wenn dort täglich nach Empfehlungen gefragt wird, ist das ein starkes Argument.
- Wie viel Zeit hast du wirklich? Nicht im Idealfall, sondern in einer normalen Woche. Wenn die Antwort unter einer Stunde liegt, ist ein Kanal die einzige sinnvolle Antwort.
Der häufigste Fall in der Region
Bei vielen Betrieben im Neckar-Odenwald-Kreis ist die Antwort: Facebook für die Nachbarschaft, Instagram für alles, was gut aussieht, und beim Zeitbudget entscheidet sich, ob es beides wird. Ein Restaurant in Mosbach erreicht über eine regionale Gruppe schnell Stammgäste, während die Bilder vom Teller auf Instagram neue Gäste anziehen. Ein Metallbauer wiederum bekommt Anfragen fast ausschließlich über Empfehlung und Suche, da ist der Aufwand für Social Media zweitrangig gegenüber einer guten Website.
Wenn du dich für einen Kanal entscheidest
Der zweite Kanal muss trotzdem nicht verschwinden. Sinnvoll ist ein Grundzustand: Profil vollständig ausgefüllt, Öffnungszeiten aktuell, Kontaktweg hinterlegt, ein Hinweis auf den Kanal, den du wirklich pflegst.
So findet niemand ein verwaistes Profil mit falschen Öffnungszeiten, und du verlierst keine Zeit mit Inhalten, die du ohnehin nicht durchhältst. Wie du ein Profil sauber einrichtest, steht in Instagram für kleine Betriebe, Profil und erste Beiträge.
Der Test über acht Wochen
Wenn du nach den vier Fragen immer noch schwankst, entscheide nicht am Schreibtisch, sondern mit einem Versuch. Acht Wochen sind lang genug für ein Ergebnis und kurz genug, dass es nicht wehtut.
- Einen Kanal wählen und dort einen Beitrag pro Woche veröffentlichen, immer im selben Rhythmus.
- Den zweiten Kanal ruhen lassen, aber vollständig ausgefüllt halten.
- Bei jeder Anfrage fragen, wie die Person auf dich gekommen ist. Ein Satz am Telefon, notiert auf einem Zettel neben der Kasse.
- Nach acht Wochen auswerten, und zwar nicht nach Likes, sondern nach Anfragen, Terminen und Bestellungen.
Der Zettel neben der Kasse ist dabei wichtiger als jede Statistik in der App. Reichweite sagt dir, wie viele Leute etwas gesehen haben. Erst die Antwort am Telefon sagt dir, ob davon jemand gekommen ist.
Was beide Kanäle nicht können
Hier wird es unbequem: Beide gehören dir nicht. Deine Beiträge, deine Follower und dein Konto stehen auf fremdem Boden. Ein gesperrtes Konto oder eine geänderte Anzeigenlogik kann deine Sichtbarkeit über Nacht verändern, und du hast keinen Einfluss darauf.
Deshalb bleibt die Reihenfolge immer gleich: zuerst eine Website, auf der Leistungen, Kontakt und Öffnungszeiten stehen, dazu ein gepflegter Eintrag bei Google. Erst danach Social Media als Verstärker. Wie du Besucher von dort sauber auf deine Seite bekommst, steht in Von Social Media auf die Website, den Weg glätten. Und wie du deinen Google Eintrag aktuell hältst, steht in Google Unternehmensprofil pflegen, Fotos, Beiträge, Fragen.
Häufige Fragen
Kann ich einfach alles auf beiden Kanälen gleichzeitig veröffentlichen?
Technisch ja, und für den Anfang ist das auch in Ordnung. Auf Dauer merkt man es den Beiträgen an, weil die Kanäle unterschiedliche Erwartungen haben. Ein guter Mittelweg: dasselbe Bild oder Video verwenden, aber den Text jeweils anpassen und auf Instagram mit dem Wesentlichen beginnen.
Bringt Werbung mehr als eigene Beiträge?
Werbung wirkt schneller und hört sofort auf zu wirken, wenn du nicht mehr zahlst. Eigene Beiträge wirken langsamer und bleiben. Für einen klar begrenzten Anlass wie eine Eröffnung oder eine offene Stelle kann Werbung sinnvoll sein, als Ersatz für einen gepflegten Auftritt nicht.
Was ist mit den anderen Plattformen?
Solange du bei einem Kanal noch nicht regelmäßig veröffentlichst, ist die Frage nach dem nächsten verfrüht. Wenn du wissen willst, ob sich Kurzvideos für dein Gewerbe lohnen, hilft TikTok für Handwerk und Gastronomie, lohnt sich das.
Wenn du unsicher bist, schauen wir uns an, wer bei dir tatsächlich anfragt und woher diese Leute kommen. Daraus ergibt sich die Antwort meistens von selbst, und oft ist sie unbequemer und günstiger als erwartet.
Schreib uns, was du vorhast, wir melden uns mit einer ehrlichen Einschätzung.
Du willst das für deinen Betrieb umsetzen? Erzähl uns kurz, was du vorhast.
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