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Hochformat, Länge, Untertitel: technische Basics für Social-Media-Videos

24.10.2026 · von Bastian Blau, Blau Creative Studio · Video, Social Media, Reels

Hochformat, Länge, Untertitel: technische Basics für Social-Media-Videos

Das Video ist gedreht, geschnitten und hochgeladen. Dann schaust du es dir auf dem Handy an und merkst, dass der Text unten hinter der Beschreibung verschwindet, das Logo rechts unter den Knöpfen steckt und ohne Ton niemand versteht, worum es eigentlich geht. Am Inhalt liegt das selten. Meistens fehlen ein paar technische Grundlagen, die du nur einmal lernen musst.

Genau um diese Grundlagen geht es hier: das passende Format für Social-Media-Videos, wo Text stehen darf, wie lang ein Video für welchen Zweck sein sollte, warum Untertitel dazugehören, worauf du bei Ton und Musik achtest und wie du ein Titelbild auswählst. Pixelmaße und Längengrenzen der einzelnen Plattformen lassen wir bewusst weg, weil sie sich ständig ändern.

Kamera mit Objektiv und Filmdose auf dunklem Untergrund

Das richtige Format: Hochformat 9:16 als Standard

Kurze Videos werden meist am Handy angeschaut, und das Handy hält man senkrecht. Deshalb ist das Hochformat im Seitenverhältnis 9:16 der Standard für Reels, Storys und Kurzvideos. Ein solches Video füllt den ganzen Bildschirm. Ein Querformat erscheint dagegen als schmaler Streifen und wirkt kleiner, als es ist.

Daraus ergeben sich drei einfache Regeln:

  • Von Anfang an hochkant drehen. Wer ein Querformat nachträglich auf Hochformat zuschneidet, verliert einen großen Teil des Bildes und meistens auch Schärfe. Was am Rand passiert ist, fehlt danach.
  • Für das schmale Bild denken. Im Hochformat hat ein einzelnes Motiv richtig Platz, fünf nebeneinander dagegen nicht. Geh näher heran und stell das Wichtige in die Mitte.
  • Querformat nur mit klarem Einsatzort. Für die Website oder einen Bildschirm im Laden kann quer sinnvoll sein, dann planst du beide Fassungen bewusst ein.

Ein Beispiel sind die animierten Erklärvideos für FinanzWelt, eine Baufinanzierung in Mosbach. Die Motion-Graphics zu Themen wie Sanierung und Energieausweis haben wir aus vorhandenen Grafiken des Kunden gebaut, einmal hochkant für Social Media und einmal quer. Bei Animationen lassen sich die Elemente für jedes Format neu anordnen, bei einem Dreh entscheidest du dich besser vorher.

Sichere Bereiche: wo Text stehen darf

Über deinem Video liegen auf jeder Plattform Bedienelemente. Oben stehen je nach App Reiter, ein Fortschrittsbalken oder bei Storys der Name des Kontos, rechts sitzt eine Spalte mit Knöpfen zum Liken, Kommentieren und Teilen, unten folgen Kontoname, Beschreibung und manchmal Angaben zur Musik. Alles, was du in diese Randbereiche setzt, wird ganz oder teilweise verdeckt. Die genaue Lage ändert sich mit jedem Update, die Richtung bleibt dieselbe.

  • Texte, Logos und wichtige Hinweise gehören in die Mitte des Bildes, mit deutlichem Abstand zum unteren und zum rechten Rand und etwas Luft nach oben.
  • Der untere Rand ist der heikelste Bereich. Setz dort nichts hin, was man unbedingt lesen muss.
  • Prüf das fertige Video auf dem Handy und vergleiche es mit einem beliebigen Reel in der App. Dort siehst du, wo Knöpfe und Beschreibung liegen und ob bei dir etwas darunter verschwinden würde.

Dasselbe gilt für das Motiv. Was jemand hochhält oder zeigt, gehört in die Bildmitte. Bei schnellen Schnitten hilft ein fester Punkt in der Mitte zusätzlich, weil das Auge nicht bei jedem Bild neu suchen muss. Vom Coming-soon-Reel für das Café Kaytu in Mosbach gab es zwei Fassungen: eine mit den einzelnen Aufklebe-Szenen und eine schnelle Bilderserie, in der der runde Logo-Sticker immer in der Bildmitte sitzt.

Wie lang ein Video sein sollte, hängt vom Zweck ab

Eine ideale Länge für alle Fälle gibt es nicht, entscheidend ist, ob jemand bis zum Ende dranbleibt. Ein Video darf so lang sein, wie sein Inhalt trägt. Als Orientierung helfen vier Zwecke:

  • Neugier wecken. Ein Teaser, eine Ankündigung, ein kurzer Eindruck. Hier reicht ein kurzer Clip. Das Reel für das Café Kaytu dauert rund 16 Sekunden: eine Sticker-Tour durch Mosbach, am Ende hält jemand eine Zeitung mit „Are you ready?“, danach erscheinen Logo und „Coming soon“.
  • Einen Anlass zeigen. Eine Eröffnung, ein Fest, ein neuer Standort. Hier darf es länger sein, weil die Leute sehen wollen, wie es vor Ort aussieht. Das Eröffnungsvideo für die neue Filiale von MOS Kebap, dem Imbiss und Pizza-Haus aus Mosbach, haben wir am Tag vor der Eröffnung gedreht. Es ist gut eine Minute lang.
  • Eine Geschichte in Teilen erzählen. Wenn es mehr zu zeigen gibt, als in ein Video passt, teil es auf und sorg dafür, dass jeder Teil auch für sich verständlich ist, denn nicht jeder sieht alle. Den Ankündigungsfilm für die Mosbacher Eventreihe FOMO Season haben wir in drei Teilen umgesetzt, jeder knapp eine Minute lang.
  • Etwas erklären. Ein Ablauf, ein Fachthema, eine häufige Kundenfrage. Die Länge richtet sich nach dem Thema, aber jede Szene muss etwas Neues bringen. Lieber zwei kurze Erklärvideos als ein langes, das sich zieht.

Unabhängig von der Länge gilt: Die ersten Sekunden entscheiden, ob jemand weiterschaut. Keine Begrüßung, kein langer Logo-Vorspann. Einfache Aufnahmemuster, die du direkt im Betrieb umsetzen kannst, findest du in Reels mit dem Handy drehen, ohne Technikstress und Kurs.

Untertitel, Ton und Musik

Untertitel, weil viele ohne Ton schauen

Ein großer Teil der Leute scrollt mit ausgeschaltetem Ton, im Wartezimmer, in der Bahn oder abends auf dem Sofa. Funktioniert dein Video nur über das gesprochene Wort, sehen diese Menschen bewegte Bilder ohne Sinn. Untertitel lösen das und helfen außerdem allen, die schlecht hören.

  1. Immer gegenlesen. Automatische Untertitel der Apps sind ein guter Anfang. Ortsnamen, Fachbegriffe und Dialekt werden aber oft falsch erkannt.
  2. Kurze Zeilen. Höchstens zwei Zeilen gleichzeitig und wenige Wörter pro Zeile. Lange Textblöcke liest am Handy kaum jemand mit.
  3. Guter Kontrast. Helle Schrift mit dunklem Rand oder einem dezenten Hintergrund bleibt auf jedem Motiv lesbar.
  4. Die richtige Höhe. Untertitel stehen am besten etwas unterhalb der Bildmitte, aber nie ganz unten, wo die Beschreibung liegt.

Ton und Musik

Wer den Ton anhat, merkt schlechten Ton sofort. Bei einem nicht ganz perfekten Bild sind die meisten nachsichtig, Rauschen, Hall und Windgeräusche stören dagegen sofort. Für gesprochene Passagen heißt das: nah an die Person heran, laute Maschinen und Durchzug meiden und lieber einen ruhigen Moment abwarten, als gegen den Lärm anzureden.

  • Rechte. Nutze Musik aus der Bibliothek der jeweiligen App und als Unternehmen nur den Bereich, der für geschäftliche Konten freigegeben ist. Einen bekannten Song aus dem Radio darfst du ohne eigene Lizenz für Werbung in aller Regel nicht verwenden. Und wer im Video gut erkennbar ist, sollte vorher zugestimmt haben, am besten schriftlich. Das ist keine Rechtsberatung, im Zweifel fragst du eine Anwältin oder einen Anwalt.
  • Lautstärke. Wenn jemand spricht, läuft die Musik deutlich leiser darunter. Die Stimme muss immer gut verständlich bleiben.
  • Stumm verständlich. Verlass dich nie darauf, dass die Musik die Botschaft trägt. Ein Video sollte auch ohne Ton funktionieren, mit Ton kommt dann die Stimmung dazu.

Das Titelbild entscheidet im Profil

Im Feed startet dein Video von selbst. Im Profil, in der Suche und bei geteilten Links sieht man dagegen zuerst ein Standbild. Wenn das zufällig ein verwackelter Moment mit halb geschlossenen Augen ist, tippt kaum jemand darauf.

  • Wähl bewusst ein Bild aus dem Video aus oder lade ein eigenes Titelbild hoch. Die meisten Apps bieten beides an.
  • Setz auf ein klares Motiv und höchstens einen kurzen Titel. Das Bild muss auch klein gut erkennbar sein.
  • Titel und Gesichter gehören in die Mitte. Im Profilraster wird das Titelbild häufig beschnitten angezeigt, meist fehlt dann oben und unten ein Stück.
  • Halte den Stil über mehrere Videos einheitlich, etwa mit gleicher Schrift und Position des Titels. Dann wirkt dein Profil aufgeräumt.

Soll ein Video Leute auf deine Website bringen, muss auch der nächste Schritt passen, dazu mehr in Von Social Media auf die Website, den Weg glätten.

Die Videos für MOS Kebap, das Café Kaytu, FOMO Season und FinanzWelt kannst du dir bei unseren Video-Referenzen ansehen. Und wenn du dich um Format, Länge und Schnitt nicht selbst kümmern willst, findest du unter Social-Media-Videos vor Ort, wie wir Videos und Reels bei dir im Betrieb drehen und fertig schneiden.

Häufige Fragen

Kann ich ein Video im Querformat einfach hochkant zuschneiden?

Technisch ja, aber du verlierst einen großen Teil des Bildes, und Personen am Rand sind danach angeschnitten oder ganz verschwunden. Für neue Videos ist es einfacher, von Anfang an hochkant zu drehen.

Reicht ein Handy, oder braucht man eine richtige Kamera?

Für viele Videos kleiner Betriebe reicht ein aktuelles Handy, wenn Licht und Ton stimmen. Wichtiger als die Technik sind ein sauberes Objektiv, ruhige Aufnahmen und ein Motiv, das nah genug ist. Vieles davon gilt für Fotos genauso, mehr dazu in Fotos vom eigenen Betrieb, Anleitung für das Handy.

Wie läuft es ab, wenn ihr das Video für uns dreht?

Nach einem kurzen Gespräch bekommst du einen Fixpreis. Dann drehen wir an einem Drehtag bei dir vor Ort, im Umkreis von 40 Kilometern um Obrigheim, zum Beispiel in Mosbach. Den Schnitt siehst du vorab als Vorschau, und auf Wunsch übernehmen wir auch das Posten und die Betreuung.

Erzähl uns kurz, was du zeigen möchtest, und wir sagen dir, wie wir dein nächstes Video umsetzen würden.

Du willst das für deinen Betrieb umsetzen? Erzähl uns kurz, was du vorhast.

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