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Fotos vom eigenen Betrieb, Anleitung für das Handy

04.08.2026 · Blau Creative Studio · Fotos, Handy, Website, Branding

Fotos vom eigenen Betrieb, Anleitung für das Handy

Auf deiner Website steht ein gekauftes Bild: ein lächelnder Mann mit Bauhelm, der offensichtlich noch nie eine Wand verputzt hat. Daneben ein Foto von deiner Werkstatt, aufgenommen im November um halb fünf, mit Blitz, schief, im Hintergrund ein Kabelhaufen.

Beides schadet. Das gekaufte Bild, weil es beliebig ist und auf dutzenden anderen Websites steht. Das eigene, weil es aussieht, als wäre es zwischen Tür und Angel entstanden. Und das ist es ja auch.

Firmenfotos selber machen funktioniert, und zwar besser, als die meisten glauben. Das Handy in deiner Tasche ist gut genug. Was fehlt, ist eine Liste, eine Tageszeit und ein bisschen Aufräumen.

Firmenfotos selber machen: erst die Liste, dann die Kamera

Der häufigste Fehler ist, einfach loszufotografieren. Am Ende hast du vierzig Bilder von der neuen Maschine und keines vom Eingang. Schreib vorher auf, was du brauchst. Diese Liste passt für die meisten Betriebe:

  • Das Gebäude von außen, so wie es jemand sieht, der zum ersten Mal vorfährt. Das hilft beim Finden mehr als jede Wegbeschreibung.
  • Der Eingang, mit Schild, damit klar ist, wo man hineingeht.
  • Der Raum, in dem der Kunde landet: Empfang, Verkaufsraum, Gastraum.
  • Menschen bei der Arbeit, mindestens drei verschiedene Tätigkeiten.
  • Ergebnisse, also fertige Arbeiten, Gerichte, Fahrzeuge, Räume.
  • Details: Hände am Werkzeug, eine saubere Naht, ein Teller von oben.
  • Ein Bild vom Team, gern draußen, ohne Aufstellung wie beim Mannschaftsfoto.
  • Porträts einzeln, für die Seite mit den Ansprechpartnern.
  • Der Fuhrpark, wenn er beschriftet ist.

Damit hast du genug Material für Website, Google Unternehmensprofil und mehrere Wochen Social Media. Hak die Liste ab, dann merkst du sofort, was noch fehlt.

Die Tageszeit entscheidet mehr als die Kamera

Kein Bearbeitungsprogramm rettet schlechtes Licht. Deshalb ist die Uhrzeit die wichtigste Einstellung, die du hast.

Fotos vom eigenen Betrieb, Anleitung für das Handy
  • Außenaufnahmen: in der ersten oder letzten Stunde vor Sonnenuntergang. Das Licht kommt flach und warm, das Gebäude bekommt Tiefe. Mittagssonne im Sommer erzeugt harte schwarze Schatten.
  • Bedeckter Himmel ist ein Geschenk. Er wirkt wie eine riesige Softbox, alles wird gleichmäßig ausgeleuchtet. Ideal für Menschen und für Fahrzeuge.
  • Innenaufnahmen: tagsüber, in Fensternähe, mit dem Fenster seitlich, nicht hinter dir und nicht hinter dem Motiv.
  • Blitz aus. Immer. Der Handyblitz macht flache, kalte Bilder mit hartem Schlagschatten.

Innen: nicht zwei Lichtfarben mischen

Wenn Tageslicht durchs Fenster fällt und gleichzeitig eine gelbe Deckenlampe brennt, bekommt das Handy Farbstiche und du kannst sie hinterher nicht mehr trennen. Entweder Lampen aus und mit Tageslicht arbeiten, oder Vorhänge zu und nur mit Kunstlicht. In Werkstätten mit Leuchtstoffröhren lohnt es sich, beides einmal auszuprobieren und zu vergleichen.

Der Ausschnitt: näher ran, gerade halten

Amateurbilder erkennt man fast immer an zwei Dingen: zu weit weg und schief. Beides ist ohne Ausrüstung behebbar.

  1. Geh drei Schritte näher, statt zu zoomen. Der digitale Zoom des Handys verschlechtert das Bild spürbar.
  2. Schalte das Gitternetz in der Kamera-App ein. Damit hältst du Horizont und Kanten gerade, das allein hebt jedes zweite Bild.
  3. Setz das Motiv nicht in die Mitte, sondern auf eine der Gitterlinien. Wirkt sofort weniger nach Ausweisfoto.
  4. Geh in die Knie oder steig auf eine Stufe. Ein anderer Standpunkt macht mehr Unterschied als jede Einstellung.
  5. Nimm quer und hoch auf. Die Website braucht Querformat, Storys und Reels brauchen Hochformat. Zwei Aufnahmen kosten fünf Sekunden.
  6. Lass Luft am Rand. Beim Zuschneiden für verschiedene Formate bist du dann frei.

Und tippe vor der Aufnahme auf dem Bildschirm auf das, was scharf sein soll. Das Handy stellt darauf scharf und passt die Helligkeit an. Bei Gegenlicht ist das der Unterschied zwischen einem brauchbaren Bild und einer schwarzen Silhouette.

Menschen fotografieren, ohne dass es peinlich wird

Gestellte Fotos wirken gestellt. Der Trick ist, Leute wirklich arbeiten zu lassen und nebenbei auszulösen. Sag nicht „lächel mal“, sag „mach einfach weiter“. Fotografier viel, wähl später wenig aus.

Was zuverlässig gut aussieht: Hände in Bewegung, konzentrierte Blicke aufs Werkstück, zwei Menschen, die sich über etwas beugen. Was zuverlässig schlecht aussieht: Leute, die vor der Wand stehen und in die Kamera schauen, mit verschränkten Armen.

Klär vorher, wer einverstanden ist. Beschäftigte müssen der Veröffentlichung ihres Bildes zustimmen, und Kunden dürfen nicht ungefragt auf deiner Website landen. Halt das Einverständnis schriftlich fest, ein kurzer Satz genügt. Das ist keine Rechtsberatung, im Zweifel fragst du eine Anwältin oder einen Anwalt.

Aufräumen ist die halbe Miete

Der größte Qualitätssprung entsteht vor der Aufnahme, nicht danach. Geh einmal mit den Augen der Kamera durch den Raum und räum weg, was nicht zur Geschichte gehört.

  • Kabel, Putzeimer, Kaffeetassen, private Jacken.
  • Zettel, Aufkleber und alte Aushänge an Türen und Schränken.
  • Fremde Marken und Logos, wo sie nicht hingehören.
  • Volle Mülleimer, offene Tonnen, Paletten im Bildhintergrund.
  • Alles Gelbstichige: Ein sauberer Bildhintergrund macht das Motiv größer.

Bei Vorher-Nachher-Bildern gilt zusätzlich: gleicher Standpunkt, gleiche Höhe, gleicher Ausschnitt. Sonst vergleicht der Betrachter Perspektiven statt Ergebnisse. Wie du damit arbeitest, steht in Malerbetrieb, Vorher Nachher Bilder richtig einsetzen.

Nach dem Fotografieren

Sortier noch am selben Tag, sonst versickert alles in der Galerie. Aus vierzig Bildern bleiben fünf. Lieber wenige gute als eine Galerie mit Ausschuss.

Bearbeitung darf sein, aber sparsam: Helligkeit etwas anheben, Bild gerade drehen, zuschneiden. Finger weg von starken Filtern und übertriebener Farbe, das erkennt jeder und es wirkt unseriös. Anschließend die Datei sinnvoll benennen und für das Web verkleinern, sonst bremst du deine eigene Seite aus. Die Schritte stehen in Bilder fürs Web richtig skalieren und komprimieren, die Beschriftung in Bilder SEO, Dateinamen und Alternativtexte richtig nutzen.

Häufige Fragen

Brauche ich trotzdem irgendwann einen Fotografen?

Für Porträts der Geschäftsführung und für die zwei, drei Bilder, die überall auftauchen, lohnt sich das oft. Alles andere, also Alltag, Baustellen, Gerichte, Zwischenstände, machst du besser selbst, weil du dabei bist, wenn es passiert. Eine gute Aufteilung: einmal im Jahr professionell, dazwischen selbst.

Kann ich mit KI erzeugte Bilder verwenden?

Für den eigenen Betrieb ist ein echtes Foto fast immer stärker, weil Kunden vergleichen, was sie online sehen, mit dem, was sie vor Ort finden. Wenn du trotzdem erzeugte oder deutlich veränderte Bilder einsetzt, müssen sie sichtbar gekennzeichnet werden, ein Hinweis nur im Impressum reicht nicht. Wie das geht, steht in KI Kennzeichnung von Bildern auf der Website umsetzen. Das ist keine Rechtsberatung, im Zweifel fragst du eine Anwältin oder einen Anwalt.

Wie oft sollte ich neue Fotos machen?

Feste Bilder von Gebäude, Räumen und Team hältst du aktuell, sobald sich etwas sichtbar ändert. Alltagsbilder sammelst du laufend, am besten mit einer festen Gewohnheit: bei jedem abgeschlossenen Auftrag zwei Aufnahmen, bevor du zusammenpackst.

Fang mit dem Einfachsten an. Nimm dir den nächsten Tag mit bedecktem Himmel, geh die Liste von oben durch und plan eine Stunde ein. Danach hast du mehr brauchbares Material als in den zwei Jahren davor.

Schreib uns, was du vorhast, wir melden uns mit einer ehrlichen Einschätzung.

Du willst das für deinen Betrieb umsetzen? Erzähl uns kurz, was du vorhast.

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