Autohaus, Fahrzeuge online zeigen ohne teures Portal

Ein Kunde aus Obrigheim sucht einen gebrauchten Kombi. Er findet dein Fahrzeug in einem großen Portal, klickt auf deinen Händlernamen und landet auf deiner Website. Dort steht ein Bild vom Betriebsgebäude, ein Formular und der Satz: „Unsere aktuellen Fahrzeuge finden Sie in unserem Onlineangebot.“ Dahinter liegt wieder ein Link ins Portal.
Damit hast du den Kunden aus der Hand gegeben. Er landet neben zwanzig ähnlichen Angeboten anderer Händler, sortiert nach Preis. Der Vorteil, den du als Betrieb in der Region hast, nämlich dass man dich kennt und zu dir fahren kann, spielt dort keine Rolle mehr.
Der Bestand gehört auf deine eigene Seite. Die Frage ist nur, wie du das machst, ohne jeden Abend Fahrzeuge doppelt zu pflegen.
Website Autohaus: Fahrzeuge zeigen, ohne doppelt zu pflegen
Der häufigste Grund, warum Händler den Bestand nicht auf der eigenen Seite haben, ist die Angst vor der Pflege. Zu Recht: nichts wirkt unseriöser als ein Fahrzeug, das seit drei Monaten verkauft ist und noch online steht.
Die Lösung ist eine einfache Regel. Es gibt genau einen Ort, an dem du ein Fahrzeug pflegst. Alle anderen Anzeigen ziehen sich die Daten von dort. Ob dieser eine Ort deine Händlersoftware, ein Portal mit Datenausgabe oder eine schlanke Liste auf deiner Seite ist, hängt von deinem Betrieb ab. Wichtig ist nur, dass du nirgends von Hand abtippst. Doppelte Pflege hält kein Betrieb länger als vier Wochen durch, das ist keine Frage der Disziplin.
Wenn eine Schnittstelle nicht geht
Auch ohne Anbindung geht es, wenn du den Anspruch senkst. Zeig nicht jedes Fahrzeug, sondern eine feste Zahl deiner interessantesten Wagen, und setz dir einen wöchentlichen Termin von zwanzig Minuten, an dem du die Liste aktualisierst. Eine ehrliche Überschrift wie „Eine Auswahl aus unserem Bestand, Stand Kalenderwoche“ ist besser als eine unvollständige Liste, die so tut, als wäre sie vollständig.
Was ein Fahrzeug auf deiner Seite braucht
Käufer vergleichen nach denselben Feldern, egal wo sie suchen. Wenn eines davon fehlt, entsteht Misstrauen. Diese Angaben gehören immer dazu:
- Modell, Ausstattungslinie und Baujahr,
- Erstzulassung und Kilometerstand,
- Leistung, Kraftstoff und Getriebeart,
- Datum der nächsten Hauptuntersuchung,
- Anzahl der Vorbesitzer, wenn bekannt,
- Preis, deutlich sichtbar, und ob Mehrwertsteuer ausweisbar ist.
Bei Fahrzeugangeboten kommen Pflichtangaben zu Verbrauch und Emissionen dazu, die sich mit der Zeit ändern können. Prüfe die aktuelle Fassung, bevor du deinen Bestand veröffentlichst, und übernimm die Werte aus den Fahrzeugpapieren statt aus dem Gedächtnis. Das ist keine Rechtsberatung, im Zweifel fragst du eine Anwältin oder einen Anwalt.
Fotos entscheiden, nicht der Text
Beim Autokauf schauen Menschen zuerst die Bilder an und lesen erst danach. Ein Fahrzeug mit acht guten Fotos bekommt deutlich mehr Anfragen als dasselbe Fahrzeug mit zwei Handybildern im Halbdunkel vor dem Rolltor.
Was in der Praxis funktioniert:
- Immer dieselbe Reihenfolge: schräg vorne, schräg hinten, Seite, Innenraum vom Fahrersitz, Rückbank, Kofferraum, Tacho mit Kilometerstand, Motorraum.
- Immer derselbe Platz auf dem Hof, am besten im Schatten oder bei bedecktem Himmel, damit die Lackfarbe stimmt.
- Gebrauchsspuren zeigen statt verstecken. Wer den Kratzer erst bei der Besichtigung sieht, fährt wieder heim.
- Kennzeichen nicht künstlich wegretuschieren, sondern ein Händlerkennzeichen oder eine Abdeckung nutzen.
Viele Bilder bedeuten viele Daten, und langsame Seiten verlieren Käufer auf dem Handy. Wie du Bilder klein bekommst, ohne dass sie matschig aussehen, steht in Bilder fürs Web richtig skalieren und komprimieren, und was du an der Ladezeit messen kannst, in Ladezeit der Website messen und wirklich verbessern.
Die Anfrage direkt am Fahrzeug
Der größte Fehler ist ein allgemeines Kontaktformular irgendwo im Menü. Wer bei einem bestimmten Wagen Feuer gefangen hat, will genau dort weitermachen. Unter jedes Fahrzeug gehören deshalb:
- ein Knopf für die Probefahrt mit Wunschtag,
- eine Frage zur Inzahlungnahme, mit Feld für das eigene Fahrzeug,
- ein Hinweis, ob eine Finanzierung möglich ist, ohne Zinsversprechen,
- die Fahrzeugnummer, die automatisch mitgeschickt wird, damit du weißt, worum es geht.
Ergänze eine Telefonnummer und eine WhatsApp-Möglichkeit. Viele schreiben lieber abends um zehn eine Nachricht, als am nächsten Morgen anzurufen.
Warum sich die eigene Seite trotz Portal lohnt
Portale bringen Reichweite, das bleibt so. Auf deiner Seite passiert aber etwas, das im Portal nicht passieren kann: Der Kunde sieht dein Team, deine Werkstatt, deine Bewertungen und deine Öffnungszeiten. Er entscheidet nicht nur über das Fahrzeug, sondern über dich.
Deshalb gehört neben den Bestand alles, was Vertrauen schafft: Wer nimmt das Fahrzeug an, wie läuft die Übergabe, was passiert bei einem Mangel kurz nach dem Kauf, gibt es Service und Werkstatt im Haus. Dieselbe Logik nutzen übrigens Makler bei Immobilien, nachzulesen in Immobilienmakler, Objekte zeigen und Vertrauen aufbauen.
Und ganz praktisch: Anfahrt, Parkplatz und Öffnungszeiten müssen stimmen, sonst steht jemand am Samstag vergeblich vor dem Tor. Wie du das sauber aufbaust, steht in Anfahrt, Öffnungszeiten und Kontakt für lokale Kunden.
Häufige Fragen
Was mache ich mit verkauften Fahrzeugen?
Nicht einfach löschen. Setz sie auf „verkauft“ und lass sie eine Weile stehen, mit dem Hinweis, dass du ähnliche Fahrzeuge beschaffen kannst. Das zeigt, dass bei dir etwas läuft, und bringt Anfragen von Leuten mit ähnlichem Suchprofil. Erst nach einigen Wochen kommen sie ganz weg.
Brauche ich eine Suchfunktion mit Filtern?
Erst ab einem größeren Bestand. Bei wenigen Fahrzeugen reicht eine Übersicht mit Bild, Preis und den wichtigsten Daten. Filter, die kaum jemand benutzt, machen die Seite langsam und kompliziert. Fang einfach an und bau aus, wenn der Bestand wächst.
Wie zeige ich Fahrzeuge, die noch gar nicht da sind?
Als eigenen Bereich, klar getrennt vom Bestand, zum Beispiel „In Anlieferung“ mit dem erwarteten Zeitraum. Wichtig ist die ehrliche Kennzeichnung. Ein Fahrzeug, das aussieht wie sofort verfügbar, aber erst in sechs Wochen kommt, erzeugt genau die Anrufe, die du nicht willst.
Fang mit den fünf Fahrzeugen an, die du am liebsten verkaufen würdest, fotografiere sie einmal nach fester Reihenfolge und stell sie mit vollständigen Daten auf deine Seite. Wenn du dabei merkst, dass die Pflege zu aufwendig wird, reden wir über eine Anbindung.
Schreib uns, was du vorhast, wir melden uns mit einer ehrlichen Einschätzung.
Du willst das für deinen Betrieb umsetzen? Erzähl uns kurz, was du vorhast.
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